Warum man beim Netzwerken unbedingt nackt sein sollte…

 

 

Plötzlich wachsen sie wie Pilze aus dem Boden. Frühstücke, Veranstaltungen, Vorträge, Messen und vieles mehr. Ich kann mich kaum noch vor Einladungen retten und weiß gar nicht, welchen Termin ich als erstes in meinen Kalender eintragen soll. Der „Coach mit Hut“ ist völlig reizüberflutet. Ich rede von Netzwerkveranstaltungen.

 

Schnell habe ich die Qual der Wahl. Und dennoch gehe ich hin. Ich könnte ja was verpassen. Also, rein in das beste „Marketingoutfit“, das smarteste Lächeln aufsetzen und – heute mal besonders cool tun. Schließlich will ich mich ja von meiner besten Seite zeigen. Und im besten Fall einen neuen Kunden gewinnen.

 

Ich beobachte bei diesen Veranstaltungen sehr oft die Menschen. Schon rein aus beruflichem Interesse. Die Art, wie die Menschen aufeinander zu gehen, oder doch lieber warten, bis sie angesprochen werden. Das alles ist für mich als Coach total spannend!

 

Ich sehe oft die glücklichen Gesichter, wenn man wieder 20 Visitenkarten eingesammelt hat. Jetzt kann es richtig losgehen! Der Erfolg ist zum Greifen nahe! Aus eigener Erfahrung kann ich allerdings sagen: Dies ist sehr häufig böser Selbstbetrug.

 

Es reicht eben nicht, diese Karten einzusammeln. Es reicht nicht, sich toll anzuziehen und ein wichtiges Gesicht zu machen. Es reicht nicht, sein innovatives Produkt, seine innovative Dienstleistung anzubieten. So netzwerken nur die „Kleinen“. Diese Veranstaltungen sind ganz wunderbar, um wahrgenommen zu werden. Aber alles andere ist eher ein Zufallsprodukt.

 

Warum behaupte ich das?

 

Überall wird über Authentizität gesprochen. Webauftritte, Werbung, Verkauf und Vertrieb sollen authentisch sein. Doch wenn ich mich dann auf diesen Veranstaltungen umsehe, sehe ich nur Verkleidungen.

 

Unternehmer, die natürlich ihre Rolle als Unternehmer spielen, doch leider sind diese Rollen zu oft nicht auf sie gemünzt. Niemand erkennt den Menschen, der da gerade vor einem steht.

 

Geschäfte und Weiterempfehlungen werden aber nur zwischen Menschen getätigt.

 

Ich spreche oft mit Unternehmern über die Qualität ihres Netzwerkes. Was es ihnen bringt oder wann sie damit ihre Zeit verschwenden. Ich werde oft gefragt, warum andere es schaffen, erfolgreich zu netzwerken.

 

Meine Antwort darauf:

„Weil sie Spaß haben. Weil sie sich quasi „nackt“ präsentieren“.

 

Bei dem Wort „nackt“ ernte ich oft verwunderte Blicke, höre abschätzendes Lachen. Ich lenke das Gespräch dann gerne auf die „reichen“ Menschen. Menschen, die Golf spielen, segeln und besondere Events erleben.

„Ach, Golfen ist nichts für mich. Ich kann diese Bonzen nicht ertragen“, lautet häufig die abwehrende Antwort, in der nur allzu deutlich ein abwertender Unterton zu spüren ist. Aber vielleicht ist ja auch Neid dabei?

 

Ich verrate Ihnen jetzt ein Geheimnis: Solange Sie SO denken, wird das

das Geschäftemachen immer ein Kampf für Sie bleiben.

In Finnland werden Netzwerkveranstaltungen oft in dreitägige Events unterteilt:

Netzwerken

Angst sich nackig zu machen. Netzwerken, Spaß haben

Am ersten Tag isst man zusammen Abend, man spricht ausschließlich über private Dinge. Am Morgen des zweiten Tages wird über das Geschäft gesprochen, doch alle schleichen noch umeinander herum. Mittags gehen alle mit viel Wodka in die Sauna. Dort werden dann die Geschäfte gemacht, die am dritten Tag detailliert festgezurrt wird.

 

Beim Golfspielen sehe ich, ob oder wie sehr mein Spielpartner konzentriert bei der Sache ist. Ob er zielgerichtet ist. Am Abend, am Loch 19, essen die Leute und dann erst wird ein Geschäft gemacht oder man empfiehlt einander weiter.

 

Niemand spielt eine Rolle. (In Finnland ist man sogar im wahrsten Sinne des Wortes nackt.) Jeder begegnet dem anderen auf Augenhöhe und hört zu. Und hübsche, teure Visitenkarten spielen dort so gar keine Rolle.

 

Erfolgreich wird man nur, wenn man Mut hat. Den Mut, so zu sein, wie man halt als Mensch ist. Unsicherheiten zuzulassen und auch den Mut zum Spaß zu haben. Nimm nicht alles so bierernst.

Zeige etwas von Dir. Du musst ja nicht gleich mit den Leuten vor Ort duschen gehen, doch glaube mir: „Dein Produkt, Deine Dienstleistung“ gibt es in der Regel schon hundertfach. Die Menschen machen Geschäft mit Dir, weil sie Dir vertrauen.

 

Mache Dich zu einem loyalen, menschlichen Netzwerkpartner.

Gib etwas von Dir und erwarte nicht, dass Dir sofort etwas zurückgegeben wird.

 

Habe den Mut zum Spaß!

 

Jan Schmiedel (Der Coach mit Hut)

 

P.S. Eventuell wirst Du schon durch das Befolgen dieser Tipps erkennen, wer ein wirklicher Unternehmer ist oder wer nur Dein Bestes will: Deine Kontakte und Dein Geld.

Von |2017-02-14T09:18:16+00:00Februar 2017|Allgemein|0 Kommentare

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